Bahnen

Zurbrügg

Sechsfacher Seilwechsel beim Hammetschwand Lift

So wie Sean Connery im James Bond-Film „Goldfinger“ (1964) begaben sich vor kurzem die Spezialisten des Frutigener Unternehmens in „außerordentlicher Mission“ zum sechsfachen Seiltausch beim höchsten öffentlichen Freiluft-Aufzug Europas: dem Hammet­schwand Lift in Luzern.

Der Hammetschwand Lift ist beim Vierwaldstättersee in der Innerschweiz, nicht weit von Luzern entfernt, angesiedelt und verbindet den Felsenweg am Bürgenstock mit der Aussichtsplattform Hammetschwand. Er gilt als der höchste öffentliche Freiluft-Aufzug Europas. Der bereits 1905 erbaute Lift startet im Inneren einer steilen Felswand, um nach ca. 30 m in einen filigranen, metallenen Gitterturm bis auf über 150 m zu steigen. Die Bergstation mit dem Plateau befindet sich auf 1.114 m ü. M. Während der Fahrt überwindet der Hammetschwand Lift einen Höhenunterschied von knapp 153 m (Betriebslänge = 152, 8 m). Die Anlage wurde schon mehrmals restauriert und den heutigen Sicherheitsvorschriften angepasst. Dabei vertraute man auf das nahe gelegene, weltbekannte Unternehmen Schindler. Bei den diesjährigen Umbauarbeiten wurde der Antrieb, der sich in der Talstation in einer Felskaverne befindet, erneuert. Gleichzeitig wurden auch die Seile durch neue ersetzt. 

Die Anforderung

Bei Seilbahnen hängen die Fahrzeuge in vielen Fällen an einem einzigen Seil. Dies ist bei Aufzügen grundsätzlich anders: Der Hammetschwand Lift ist ein Seilaufzug, bei dem die Kabine durch sechs parallel laufende Seile bewegt wird. Genau diese Seile, alle miteinander versteht sich, mussten gewechselt werden. Da die Betriebsunterbrechung des Aufzuges möglichst kurz gehalten werden sollte, wandte sich die Firma Schindler an die spezialisierte Seilmontagefirma Zurbrügg Seilbahnen und Montagen GmbH aus Frutigen im Berner Oberland. Diese schickte in zwei Etappen junge, ambitionierte Seilbahnmonteure auf die Baustelle. Für sie war diese Arbeit in luftiger Höhe eine spannende Herausforderung.

Seilwechsel erfordert akrobatisches Können

Die Schlüssellösung zum termineffizientesten Seiltausch lag in der Verwendung der alten Seile zum Ziehen der neuen, und das mit allen sechs Seilen gleichzeitig. Die Zurbrügg-Monteure setzten dafür eine speziell vorbereitete Seilklemme ein, die es ermöglichte, die sechs Seile zur selben Zeit an einem Ende zu ziehen. Doch bevor die Seilarbeiten richtig beginnen konnten, galt es den bisherigen Antrieb in der Talstation auszubauen und durch einen neuen zu ersetzen: In der engen Felskaverne des Maschinenraums wurden die alten Seile um den Antrieb beidseitig abgespannt und getrennt. Dadurch konnte der Antrieb unbehindert demontiert und ausgetauscht werden. Im Anschluss an diese Arbeiten wurden mit sogenannten „Seilstrümpfen“ die aufgeschnittenen Seile wieder „zusammengeknüpft“, um durch den neuen Antrieb gezogen werden zu können. Die gleiche Verbindung erstellten die Spezialisten zwischen den alten und den neuen Enden der Seile. Nun war es soweit, dass man mit den alten Seilen die neuen hätte durch die Anlage ziehen können. Wären da nicht im mehr als 110 m hohen Gitterturm Seilführungen zu demontieren gewesen. Um dorthin zu gelangen, mussten die Zurbrügg-Mitarbeiter im Turm hinaufklettern, damit diese anspruchsvollen Montagearbeiten durchgeführt werden konnten. Dafür brauchte es nicht nur nahezu akrobatisches Können, sondern auch absolute Schwindelfreiheit.

Der Seilzug

Für den Seilzug mit komplexer Seilführung, – von der Kabine, über die Turmspitze, hinab zum Antrieb und wieder hinauf zum Turm und zurück zum Gegengewicht –, war der Einsatz absolut zuverlässiger Seilmaschinen unerlässlich. Mit einer speziell für diese Anwendung gebauten Raupenseilwinde, einem Seilwickler zur Erstellung von Seilbünden für den Abtransport der alten Seile und vielem weiteren Zubehör, wie z. B. Seilklemmen und Flaschenzüge, konnten die Arbeiten rasch und effizient durchgeführt werden. Da es zwischen Tal- und Bergstation keine Straßenverbindung gibt, musste sämtliches Material per Helikopter zu den Einsatzorten geflogen und wieder wegtransportiert werden. 

Rasch und Effizient

Was hier in wenigen Zeilen beschrieben wurde, durfte auch auf der Baustelle nicht viel Zeit brauchen: Innerhalb von knapp einer Woche wurden die sechs Seile gewechselt, um unmittelbar danach wieder die Liftanlage in Betrieb nehmen zu können. Und damit sind die Zurbrügg-Monteure wieder um eine Erfahrungsgeschichte reicher, welche sie gerne unter Freunden und Verwandten zum Besten geben werden.

CM

FOTOs: FILM & PHOTO PRODUCTION/SCHWEIZ TOURISMUS ZÜRICH , Zurbrügg

Der Hammetschwand Lift beim Vierwaldstädtersee nahe Luzern verbindet den Felsenweg mit dem Aussichtspunkt Hammet­schwand auf dem Bürgenstock und ist der höchste öffentliche Freiluft-Aufzug Europas. Im Bild die Bergstation auf 1.114 m ü. M.
Von der in einer Felsenklave situierten Talstation bis hinauf zur Bergstation ­überwindet der Hammet­schwand Lift einen Höhenunterschied von knapp 153 m, – im Bild der Blick hinauf vom Felsen­weg.

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Zurbrügg

Sechsfacher Seilwechsel beim Hammetschwand Lift

So wie Sean Connery im James Bond-Film „Goldfinger“ (1964) begaben sich vor kurzem die Spezialisten des Frutigener Unternehmens in „außerordentlicher Mission“ zum sechsfachen Seiltausch beim höchsten öffentlichen Freiluft-Aufzug Europas: dem Hammet­schwand Lift in Luzern.

Der Hammetschwand Lift ist beim Vierwaldstättersee in der Innerschweiz, nicht weit von Luzern entfernt, angesiedelt und verbindet den Felsenweg am Bürgenstock mit der Aussichtsplattform Hammetschwand. Er gilt als der höchste öffentliche Freiluft-Aufzug Europas. Der bereits 1905 erbaute Lift startet im Inneren einer steilen Felswand, um nach ca. 30 m in einen filigranen, metallenen Gitterturm bis auf über 150 m zu steigen. Die Bergstation mit dem Plateau befindet sich auf 1.114 m ü. M. Während der Fahrt überwindet der Hammetschwand Lift einen Höhenunterschied von knapp 153 m (Betriebslänge = 152, 8 m). Die Anlage wurde schon mehrmals restauriert und den heutigen Sicherheitsvorschriften angepasst. Dabei vertraute man auf das nahe gelegene, weltbekannte Unternehmen Schindler. Bei den diesjährigen Umbauarbeiten wurde der Antrieb, der sich in der Talstation in einer Felskaverne befindet, erneuert. Gleichzeitig wurden auch die Seile durch neue ersetzt. 

Die Anforderung

Bei Seilbahnen hängen die Fahrzeuge in vielen Fällen an einem einzigen Seil. Dies ist bei Aufzügen grundsätzlich anders: Der Hammetschwand Lift ist ein Seilaufzug, bei dem die Kabine durch sechs parallel laufende Seile bewegt wird. Genau diese Seile, alle miteinander versteht sich, mussten gewechselt werden. Da die Betriebsunterbrechung des Aufzuges möglichst kurz gehalten werden sollte, wandte sich die Firma Schindler an die spezialisierte Seilmontagefirma Zurbrügg Seilbahnen und Montagen GmbH aus Frutigen im Berner Oberland. Diese schickte in zwei Etappen junge, ambitionierte Seilbahnmonteure auf die Baustelle. Für sie war diese Arbeit in luftiger Höhe eine spannende Herausforderung.

Seilwechsel erfordert akrobatisches Können

Die Schlüssellösung zum termineffizientesten Seiltausch lag in der Verwendung der alten Seile zum Ziehen der neuen, und das mit allen sechs Seilen gleichzeitig. Die Zurbrügg-Monteure setzten dafür eine speziell vorbereitete Seilklemme ein, die es ermöglichte, die sechs Seile zur selben Zeit an einem Ende zu ziehen. Doch bevor die Seilarbeiten richtig beginnen konnten, galt es den bisherigen Antrieb in der Talstation auszubauen und durch einen neuen zu ersetzen: In der engen Felskaverne des Maschinenraums wurden die alten Seile um den Antrieb beidseitig abgespannt und getrennt. Dadurch konnte der Antrieb unbehindert demontiert und ausgetauscht werden. Im Anschluss an diese Arbeiten wurden mit sogenannten „Seilstrümpfen“ die aufgeschnittenen Seile wieder „zusammengeknüpft“, um durch den neuen Antrieb gezogen werden zu können. Die gleiche Verbindung erstellten die Spezialisten zwischen den alten und den neuen Enden der Seile. Nun war es soweit, dass man mit den alten Seilen die neuen hätte durch die Anlage ziehen können. Wären da nicht im mehr als 110 m hohen Gitterturm Seilführungen zu demontieren gewesen. Um dorthin zu gelangen, mussten die Zurbrügg-Mitarbeiter im Turm hinaufklettern, damit diese anspruchsvollen Montagearbeiten durchgeführt werden konnten. Dafür brauchte es nicht nur nahezu akrobatisches Können, sondern auch absolute Schwindelfreiheit.

Der Seilzug

Für den Seilzug mit komplexer Seilführung, – von der Kabine, über die Turmspitze, hinab zum Antrieb und wieder hinauf zum Turm und zurück zum Gegengewicht –, war der Einsatz absolut zuverlässiger Seilmaschinen unerlässlich. Mit einer speziell für diese Anwendung gebauten Raupenseilwinde, einem Seilwickler zur Erstellung von Seilbünden für den Abtransport der alten Seile und vielem weiteren Zubehör, wie z. B. Seilklemmen und Flaschenzüge, konnten die Arbeiten rasch und effizient durchgeführt werden. Da es zwischen Tal- und Bergstation keine Straßenverbindung gibt, musste sämtliches Material per Helikopter zu den Einsatzorten geflogen und wieder wegtransportiert werden. 

Rasch und Effizient

Was hier in wenigen Zeilen beschrieben wurde, durfte auch auf der Baustelle nicht viel Zeit brauchen: Innerhalb von knapp einer Woche wurden die sechs Seile gewechselt, um unmittelbar danach wieder die Liftanlage in Betrieb nehmen zu können. Und damit sind die Zurbrügg-Monteure wieder um eine Erfahrungsgeschichte reicher, welche sie gerne unter Freunden und Verwandten zum Besten geben werden.

CM

FOTOs: FILM & PHOTO PRODUCTION/SCHWEIZ TOURISMUS ZÜRICH , Zurbrügg

Der Hammetschwand Lift beim Vierwaldstädtersee nahe Luzern verbindet den Felsenweg mit dem Aussichtspunkt Hammet­schwand auf dem Bürgenstock und ist der höchste öffentliche Freiluft-Aufzug Europas. Im Bild die Bergstation auf 1.114 m ü. M.
Von der in einer Felsenklave situierten Talstation bis hinauf zur Bergstation ­überwindet der Hammet­schwand Lift einen Höhenunterschied von knapp 153 m, – im Bild der Blick hinauf vom Felsen­weg.